Nach dem Konzept der Marktgärtnerei (Market Gardening) werden in der SoLaWi Hitzacker auf ca. 0,8ha ganzjährig 65 Haushalte versorgt. Jonas ist einer der 2,5 Vollzeit-Arbeitskräfte in der Gärtnerei und stellt in diesem Interview den 2019 gegründeten Betrieb und seine Besonderheiten vor. Insgesamt stehen zur Produktion aktuell 220 Beete zu je 25m Länge und 80cm Breite zu Verfügung, wobei die dazwischenliegenden 40cm breiten Wege mit Kleegras begrünt wurden. Die Bearbeitung erfolgt im Freiland mit einem Einachstraktor samt Fräse, im Gewächshaus ausschließlich per Hand im No-Dig-System. Für die Tiefenlockerung wird mit einer Broadfork gearbeitet. Wir sprechen über Vorteile, Herausforderungen und laufende Pflege von begrünten Wegen, über den Einsatz von Folien in der Marktgärtnerei, die Plastikproblematik in Kompost und das Themenfeld der Ganzjahresversorgung.



Wir drehen mit Jonas eine erste Runde durch die Marktgärtnerei der SoLaWi Hitzacker und sprechen über Untersaaten, begrünte Wege und Mulch im regenerativen Gemüsebau. Im Gewächshaus hat Jonas erstmals mit einer Weißklee-Untersaat bei Tomaten experimentiert und damit richtig gute Erfahrungen gemacht – sowohl mit dem Ertrag als auch mit der Pflanzengesundheit war er sehr zufrieden. Auf den Freilandflächen sehen wir die mit Kleegras begrünten Wege und die verschiedenen Mulchmaterialien, die bei Jonas zum Einsatz kommen. Außerdem sprechen wir über die eigene Jungpflanzenanzucht, die Vorteile und Besonderheiten von 150er QuickPot Platten und die Bedeutung eines guten Managements in der Marktgärtnerei.



Im letzten Teil der SoLaWi-Hitzacker-Serie sprechen wir mit Jonas nochmal über einige wichtige Teilbereiche der Marktgärtnerei, in denen es eine Vielzahl an verschiedenen Zugängen gibt. Und eine der ganz zentralen Arbeiten ist hier natürlich die Beikrautregulierung. Bisher wurde am Betrieb eine eher straffe Herangehensweise an das Beikrautmanament gewählt, sodass möglichst immer schon im Keimblattstadium gehackt werden konnte. Jonas stellt allerdings die Frage, wie sauber es wirklich sein muss und ob es in dieser Thematik nicht auch noch andere Aspekte gibt, die es zu beachten gilt… Ähnlich geht es ihm mit dem Thema “Inputs”, konkret bezogen auf Handelsdünger und Kompost, die insbesondere in der “klassischen Form” des Market Gardening aus den USA in großem Stil zum Einsatz kommen. Eigene Kompostwirtschaft wäre für Jonas ein großer Wunsch für die Zukunft, sollte für ihn aber weniger mit aufwändigem Maschineneinsatz und mehr mit (indigenen) Mikroorganismen funktionieren. Außerdem unterhalten wir uns über die JANG Sämaschine, die Anbauplanung mit dem Gemüse-Anbauplaner und wie es gelingen kann, als Betriebsleiter mitten in der Saison auf Urlaub zu fahren. Der angesprochene Anbauplaner: https://www.micro-farm-planner.com



Diesmal unterhalten wir uns mit Jonas über die Themen Ernteanteile, Flächenbedarf, Mitarbeiterlöhne und SoLaWi Organisation. In der SoLaWi Hitzacker konnten mit rund 0,8ha im ersten Jahr 65 Familien versorgt werden, wobei die Ernteanteile ausgesprochen üppig ausgefallen sind. In den kommenden Jahren soll die Flächennutzung dann deutlich intensiviert werden, sodass bei gleichbleibender Fläche etwa 95-100 Anteile versorgt werden können. Das Ziel jeder Ertrags- und Anbauplanung sollte jedenfalls immer sein, die Fläche so optimal zu bewirtschaften, dass allen Angestellten – bei einem fairen Preis für die Ernteteiler – ein gutes Einkommen ausbezahlt werden kann. Auch aus diesem Aspekt heraus zieht Jonas deshalb in Erwägung, die ganzjährige Produktion in der Marktgärtnerei auf 10 Monate zu reduzieren und das Winter- und Lagergemüse von Kooperationsbetrieben zuzukaufen. Jonas erzählt von seiner persönlichen Sichtweise was die Funktion der solidarischen Landwirtschaft betrifft und spricht die Einladung an alle aus, die gerne für eine ganze Saison am Betrieb mithelfen wollen, um Erfahrungen für die Gründung einer eigenen Marktgärtnerei zu sammeln.

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